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Die Reise zu MIR
Ich hatte an einem Experiment teilgenommen. Ich habe eine Reise gemacht, die ich mir vorher nie vorgestellt hätte: Ich habe mich hypnotisieren lassen. Vor diesem Experiment hatte ich eine völlig falsche Vorstellung von Hypnose. Ich dachte, wie es bei vielen Menschen der Fall ist, dass man bei Hypnose völlig abgeschalten hat, dass man nichts mehr mitbekommt, sich im nachhinein an nichts mehr erinnert und dass man anschließend alles ausführt, was der Hypnotiseur einem "befohlen" hat. Aber diese Vorstellung war falsch.
Bevor die Reise begann, sollte ich mir einen Punkt im Raum aussuchen, den ich ansehen sollte. Dieser Punkt war für mich quasi ein Tor, das es mir ermöglicht, diese wunderschöne Reise zu beginnen. Ich muss zugeben, dass ich bis zu diesem Moment sehr skeptisch war. Ich war nicht skeptisch, weil ich Zweifel dabei hatte, ob meine Reisebegleiterin, (ich finde es klingt besser als Hypnotiseurin) mich überhaupt hypnotisieren konnte, sondern weil ich nicht an meine Fähigkeiten glaubte, mich fallen zu lassen. Ich gehöre - zumindest habe ich das immer gedacht – zu den Menschen, die sich nicht richtig entspannen können. Denn es fällt mir schwer an nichts zu denken. Auch wenn ich an nichts denke, frage ich mich immer, ob ich in diesem Moment tatsächlich an nichts denke. So denke ich immer an irgend etwas.
Aber an diesem Tag, habe ich mir gewünscht, vielleicht nur dieses Mal mich entspannen zu können. Und bevor ich es realisieren konnte, fühlte ich plötzlich wie mein Körper mit sich kämpfte, um sich von irgendeiner Last zu befreien. Und das gefiel mir. Langsam spürte ich, wie sich nach und nach mein Körper ganz von allein, ich meine ohne einen bewussten Einfluss von mir, sich in eine noch gemütlichere Position brachte. Und dann fing meine Reise an. Dabei erzählte mir meine Reisebegleiterin eine Geschichte, die verschiedene Situationen beinhaltete. Diese Bilder sollte ich mir während der Reise zu meiner Seele vorstellen. Und obwohl ich mehr und mehr in mein Unterbewusstsein sank, konnte ich noch ein paar Sachen mitkriegen, wie zum Beispiel die Strassenbahn, die vorbeifuhr. Aber das konnte ich ganz schnell abschütteln, denn ich wollte nicht, dass mich ein Bild von einer vorbeifahrenden Strassenbahn ablenkt. So stellte ich meine ganze Aufmerksamkeit der Geschichte zur Verfügung. Diese Geschichte wäre zu lang, um sie nochmal zu erzählen. Aber ich erzähle hier, wie ich mich dabei gefühlt habe. Wenn Sie nie Hypnose erlebt haben, wollen Sie bestimmt wissen, wie dieses Experiment gelaufen ist, und ganz zu recht. Denn diese Reise gehört meines Erachtens zu den Erfahrungen, die man mindestens ein Mal im Leben gemacht haben muss.
Ich werde mich auf drei Situationen beschränken, die für mich die wichtigsten Stationen dieser Reise waren. Eine von ihnen war die “Zauberwiese”. Ich sollte mir eine Zauberwiese vorstellen. Und tatsächlich habe ich eine Wiese gesehen. Das war ein schönes Bild und ich habe dabei eine unglaubliche Ruhe und auch Sehnsucht empfunden. Es war eine schöne Landschaft aus weissen, gelben und roten Tulpen. Als ich bis zum Horizont blickte, sah es wie ein dreifarbiger Teppich aus. Ich fühlte mich wirklich wohl auf dieser Wiese und dieses Gefühl konnte ich nicht nur mit meiner Seele, sondern auch mit meinem Körper empfinden.
Die zweite Situation war die “Umarmung”. In dem Bild, das ich gesehen habe, umarmte ich einen Schatten. Der Schatten war ich, er war mir nicht fremd. Es fühlte sich an, als wenn man sich durch einen Spiegel küsst. Das habe ich als kleines Mädchen oft gemacht. Aber im Vergleich zu der kalten Oberfläche des Spiegels habe ich Liebe gespürt. Eine tiefe Liebe, die so rührend war, dass ich weinen musste. Ich habe sogar die Tränen auf meiner linken Wange runter rollen gespürt. Da war mir sofort klar: ich habe gerade das Schönste erlebt, das ich mit mir selbst erfahren kann, ohne das irgend jemand oder irgend etwas fremdes es beeinflusst hat.
Eine andere Station dieser Reise war die mit dem “Regenbogen”. Der Regenbogen war wie jeder Regenbogen schön, mit vielen bunten Farben. Ich habe ihn zuerst angeschaut, als wollte ich hineinsehen. Und dieses Bild war auch beruhigend. Dann bin in einer Karre zu diesem Regenbogen hingefahren. Ich saß vorne und hinten saßen die Menschen, die mir auch im wahren Leben am wichtigsten sind: mein Sohn, meine Mutter, meine Schwester und mein Freund. Die Reihenfolge ist unbedeutend. Langsam fahrend, so, als würden wir alles Negative hinter uns lassen und ohne uns umzudrehen, als würden wir in eine neue Zukunft fahren.
Als diese wunderschöne Reise zu Ende war, fühlte ich mich erstaunlicherweise leicht, sehr leicht. Mein erster Gedanke war „leicht wie eine Ballerina“. Es war schön sich wie eine Ballerina zu fühlen. Mein Körper war so entspannt, wie bei einer schönen Ganzkörpermassage. Ich war so entspannt und glücklich, dass ich das Gefühl hatte, schlafen zu wollen. Vielleicht um das Ganze besser zu verarbeiten und einzuprägen zu wollen, bevor die Erinnerungen verblassen.
Manche Leute mögen vielleicht denken: was hat sie jetzt davon gehabt? Mich. Ich habe mich gefunden und dabei Emotionen erlebt, die ich in meinem ganzen Leben mir nie hätte vorstellen können. Und die Erinnerung an diese Emotionen ist ein Geschenk fürs Leben. Danke, Frau Pankel, für dieses schöne Geschenk.
Mit freundlichen Grüssen
Esther M.
33 Jahre alt,
Mannheim
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